IM GESPRÄCH MIT:
KIM STEINFURT


Mit "Tiere" hat Kim Steinfurt ein Buch vorgelegt, das den Leser erschüttern wird. Horror und Gesellschaftskritik bilden ein drastisches Gemisch. Maria Gerecke hat dem Menschen hinter dem Pseudonym ein paar Fragen gestellt:

 

Maria: Bald erscheint dein Buch "Tiere", eine Reihe zusammenhängender Geschichten, beim Scius-Verlag. Wie lange hat das Schreiben gedauert?

 

Kim: Bei diesem Buch habe ich für den reinen Schreibprozess zehn Tage gebraucht. Danach kommen noch mehrere Korrekturdurchläufe, bis ich mit der Geschichte zufrieden bin. Dafür kann man noch einige Wochen dazurechnen.

 

Maria: Wie würdest du dich in einem Satz beschreiben?

 

Kim: Ich würde mich als radikalen Querdenker beschreiben.

 

Maria: Was ist dein Lieblingsbuch?

 

Kim: "Irrungen und Wirrungen" von Theodor Fontane. Das ist jetzt vielleicht verwunderlich, weil es eine Liebesgeschichte ist, aber ich finde, es hat eine sehr schöne Sprachmelodie, an einigen Stellen ist es vom Lese- und Schreibstil her fast wie ein langes Gedicht. Ich habe es damals in der Schule lesen müssen und dann auch lesen wollen und es ist mir seitdem ein Vorbild. Daneben lese ich aber auch Lovecraft oder King sehr gerne.

 

Maria: Du hast bewusst ein Pseudonym gewählt, das keine Auskunft über dein Geschlecht gibt. Willst du dieses Geheimnis für dich behalten?

 

Kim: Ja, das soll so bleiben. Ich bin der Meinung, dass mein Geschlecht nichts zur Sache tut. Es soll ja um das Buch gehen und nicht um meine Person.

 

Maria: Wie sieht dein Arbeitstag normalerweise aus? Gibt es eine Tages- oder Nachtzeit, in der du besonders kreativ bist?

 

Kim: Ich habe einen sehr getakteten Arbeitsalltag, der aus Job, Uni, Lernen und Familie besteht. Ich setze mir klare Zeiten und zu diesen Zeiten arbeite ich dann auch.

 

Maria: Woher kommt die Motivation und Inspiration für ein solches Werk?

 

Kim: Diese Frage ist sehr schwierig zu beantworten. Ich schreibe sehr viel und bringe fünf oder sechs Bücher im Jahr heraus. Die Ideen sind einfach da.

 

Maria: Horror und Gesellschaftskritik: Diese beiden Genres miteinander zu verbinden ist eher unüblich. Wie bist du auf die Idee gekommen?

 

Kim: Ich hatte dieses Thema einfach im Kopf und es liegt mir schon seit einiger Zeit am Herzen. Ich hab es anfangs nicht auf das Genre festgelegt, aber wenn man sich ein bisschen einliest, dann landet man irgendwann deutlich im Horrorgenre.

 

Maria: Deine Wortwahl und Sprache ist sehr ausdrucksstark und detailreich. Könnte das für manche Leser zu heftig sein?

 

Kim: Ja, auf jeden Fall. Ich glaube auch nicht, dass das Buch für jedermann geeignet ist. Ich habe versucht, alles möglichst schonungslos rüberzubringen. Es wird sicher Leser geben, die es nicht zu Ende werden lesen können.

 

Maria: Welche Recherchen hast du beim Schreiben dieses Buches betrieben?

 

Kim: Ich habe mit verschiedenen einschlägigen Organisationen Kontakt aufgenommen und mit Experten gesprochen. Aber die größte Informationsquelle sind frei kursierende Bilder und Videos aus dem Internet. Das ist Material, bei dem einem schon anders wird.

 

Maria: Willst du mit dieser Gesellschaftskritik etwas Konkretes bei deinen Lesern erreichen?

 

Kim: Ich finde es immer ein bisschen hoch gegriffen zu verlangen, dass jedes Buch einen tieferen Sinn haben und den Leser bewegen muss. Ich schreibe, um Menschen zu unterhalten. Es ist schön, wenn es den Leser zum Nachdenken anregt. Aber in erster Linie geht es um Unterhaltung.